nicht.lustig

... ein subjektiver Kommentar.


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Gedanken über die Lage







Rueckblick 2008

Noch wenige Stunden. Ich rekapituliere fuer mich einfach, was in diesem Jahr falsch gelaufen ist.

#1 - die SEDLinkspartei kam in Hessen an und hat dort den "Frieden" gestoert. Was ist schlimmer? Dass sich die SPD so blamiert hat, weil sie mit Populisten paktieren wollte, oder, dass diese Rotpopulisten ueberhaupt dort gewaehlt wurden?
Deutschland verliert sich nicht mehr zwischen liberal und konservativ, sondern zwischen Bauernfaengern und Rattenfaengern.

#2 - die USA standen schon im Kellergeschoss und haben mit der letzten Praesidentschaftswahl dennoch ein weiteres Loch gebudelt. Ist dort drueben die Lehre der Geschichte nicht angekommen? Dabei schiesst doch Europa taeglich millionenfach mit Breitband die Warnung heraus, dass man Heilsbringer mit hypnotischen Massenphrasen nicht in der Krise waehlen kann. Mit dem Grinsekasper wird nicht nur der Iran und Nordkorea destabilisiert, weil diese sich jetzt austoben koennen, selbst der beste Schutzschild Israels ist weg: dort haben wir bereits den manifesten Konflikt ausbrechen sehen.

#3 - was kein Mensch wissen wollte, hat Frau (sprich: Cock-)Roach niedergeschrieben und gut vermarktet. Gut vermarktet? Wie konnte Smegma seinen Einzug in die Literaturheiligkeit halten? Etwas geht herunter mit uns. Die Wehrhaftigkeit der Anstand wurde durch Paraphrasierung von Wortfreiheit zu nichte gemacht. So wie die NPD immer wieder Meinungsfreiheit vergewaltigt, missbrauchte genannte Person die Kunstfreiheit. Nicht, dass "Feuchtgebiete" verbieten werden sollte: es sollte schlichtweg niemand lesen. Dieses Eiterblase brach nur auf, weil alle ihren Stock hinein stechen mussten.
Ja, ich jetzt auch. Eigenschuld: positiv.

#4 - Georgien; where? Jetzt kennen es alle. Viele wissen jetzt mehr um die Angst darueber, dass gewisse Machtkonstellationen noch immer fuer Angst und Bange sorgen. Die grossen Starken assimilieren die kleinen Schwachen, die nicht schnell genug bandwagonning betreiben koennen. Wer konnte Georgien in seinem internen Buergerkriegskonflikt der Seperatisten wegen schon beihelfen? Man konnte nur von aussen stabilisieren. Zu bloed, dass es zwei Ansaetze gab und die spitzfindigen Russen einfach schneller waren. Urschuld und Initiative findet niemand mehr. Aber wir alle wissen, auf wen wir den Finger deuten koennen. Richtig?

#5 - China! Eine kurze Pause, da man der Assoziationskraft wegen erstmal losprusten muss: ________________________________________________________.
Der Platzhirsch Ostasiens hat gezeigt, wie seidenfadig doch ein starkes Regime eines nekrotischen Ideals ist. Nach aussen hin wird gebuckelt und nach innen wird getreten. Ich bin mir sicher, dass die Kommunistische Partei Chinas sehr geschockt war ueber den Melaninvorfall. Nein, eher nicht. Geschockt waren sie, dass es publik wurde. China muss sein Land zusammen halten, wo Separatisten in Taiwan und Tibet die Ordnung stoeren und nebenbei seine verhungernden Bauern im Norden, Westen, Nordwesten am Leben halten. Seit wann schauen wir eigentlich so genau auf das, was die Regierung falsch macht? Niemand sagt, was sie richtig machen. Und es gibt einfach kein "nur falsch" bei einer Regierung, die einem so grossen Organ wie dem Land China aufkonstruiert wurde. Kann ein so grosses Land so demokratisch funktionieren wie ein kleines Land? Als ob die Schweiz, Oestereich oder Daenemark nicht selbst Probleme haetten.
Leave China alone! oder geht nicht mehr mit der Moralrute ran. Das kennen die selbst. China braucht keine Inkubationsphase der Demokratie, sondern ehrliche Hilfe. Wir geben nur Sterbehilfe und wundern uns, warum sie nicht genesen.

#6 - zur EM sag' ich mal gar nichts. Ausser: schoen, dass die Schauspieltaliner sich blamierten. Und ich persoenlich war sehr bange um das Deutschland-Tuerkei spiel. Ich bin froh, dass Deutschland gewonnen hat. Nicht aus Ressentiments, sondern aus Angst vor dem, was der "gute Untertan deutscher Volkskultur" getan haette, gewaenne die Tuerkei. Wieviele Staedten hatten da wohl angefangen zu brennen? Schaurig dieser Gedanke. Schaurig diese Moeglichkeit.

Meine persoenlichen Lieblingspeinlichkeiten des Jahres. Es gab mehr, weniger Beachtetes aber genauso Wichtiges noch. Aber auch ich rede nur in Schlagzeilen. Randnotizen entstehen nicht durch Interesse, sondern tatsaechlicher Relevanz. Sage ich.
31.12.08 14:40


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Geliebter Feind - Gesellschaftsbeobachtung 05

An diesem Samstag, dem 18.11.2006, führte der Weg wie schon so oft für sehr viele „Demokraten“ nach Halbe. Erneut gab es dickgepanzerte Polizisten, welche die Busse auf den Busbahnhof navigierten und dann und wann kleine Kontrollen abhielten. Erneut sahen viele Halberianer aus dem Fenster und noch mehr blieben in den dunklen Zimmern ihrer Einfamilienhäuser mit dem Flair der kleinbürgerlichen DDR-Architektur. Erneut hatten wenige clevere Halberianer ihr Geschäft offen und boten ihre Speisen feil und machten Umsatz wie sonst nie. Erneut gab es eine Bühne mit hochkarätigen Acts, allesamt anmoderiert von einem blonden Geschöpfchen, das durch piepsige Stimme und kleine Versprecher unangenehm aber belustigend auffiel. Nur eines war anders. Es fehlten die Rechtsradikalen. Man konnte dieses Mal nicht von weiter Ferne die NPD- und Rxeichsflaggen sehen. Keine einzige Glatze funkelte hinter zwei Absperrungen.
Die Rechtsradikalen hatten dieses Mal keine Genehmigung zu demonstrieren. Weder auf dem Friedhof noch in Halbe allgemein. Die Demokraten hatten mit ihrem Aufmarschverbotswunsch etwas erreicht. Sie hatten quasi gewonnen.
Dennoch lag Enttäuschung in der Luft.

Quer über ganz Halbe waren geschätzte 8.000 Leute unterwegs und wussten nicht wirklich wohin. Einige spazierten über den Friedhof um ihre Landsmänner zu gedenken, ohne ultrapatriotische Gedanken zu hegen oder um die „toten Faschos“ zu beschimpfen. Oder man war gemütlich gelangweilt an einem Stand der fünf großen Parteien und nahm Flyer und sonstige Printmedia mit. Oder man ging zur Hauptbühne und lauschte H.-R. Kunzes Liedermachergut.

Das einzige Konfrontationshighlight war die kleine Nazifamilie, die man belagert hatte. Zumindest hielt man sie für eine. Bis zum Ende wurde nicht eindeutig geklärt, wie es sich mit dieser typisch ostdeutschen Familie auf sich hielt. Sie waren mehrköpfig und schauten zu der Menge von Antifaschisten, die sich um ihr Grundstück sammelten. Polizisten, geduldig und genervt, trennten die beiden Parteien und auch als der chorale Singsang „Ihr seid nur ein Karnevalsverein!“ zu den Herrschaften in Grün zurieselte, taten sie nichts. Der Zugriff erfolgte nicht, aber irgendwann wurden die Demonstranten vom Haupteingang verscheucht. Nur um sich herumzuschleichen und über einen anderen Garten hinweg erneut zu rufen, dass deren „Mentalität“ „ungern“ „gesehen“ ist in unserer „Gesellschaft“. Um es geschönt liberal auszusprechen.

Das war es aber auch schon. Der Rest der Menge war mit deutschem „Kaffe und ’ner Bratwurst“ zufrieden. Ein wenig Livemusik. Ein paar andere wiederum lauschten den großen Reden der Politiker der großen fünf Parteien. Nebst versteckte demagogische Eigenwerbung waren doch alle froh, dass das passierte, was passierte, dass alle zum Tag der Demokraten gekommen sind, dass so viele Menschen an dem braunen Dorn im Fleisch der toleranten Gesellschaft zogen und dass der Mut nicht verloren ging.

Ja, der Mut war da. Aber es war eher Unmut.
Den Demokraten und Antifaschisten fehlte das präsente Feindbild. Die Demokratiebemühung, die niemanden zum Anvisieren hatte, wurde nur defokusiert rausgeschickt. Der Wille war noch immer da, doch das antifaschistische Potential kann sich nur im Demonstrationsmoment vollends entwickeln. Wenn dieser Moment nicht durch gegenseitiges Anstacheln provoziert wird, bleibt nur eine Leere, in der jeder gute Wille unkanalisiert im weiten Flächenspektrum ziellos umhertreibt, bis er wirkungslos verpufft. Es wurde ein großer Tag der Demokratie gefeiert, der ohne sein Gegendemoflair eher unerfüllend war.
Man langweilte sich und des Aufmarsches in Seelow wegen fühlte man sich deplatziert. Die Gedanken wurden zwar rübergeschickt, man saß aber in Halbe fest. Man hatte endlich etwas erreicht. Das, wonach man sonst immer gierte. Doch dieses Mal wurde von vielen gequengelt. Es machte sich das Gefühl breit, dass all die rund 8.000 Leute, die in Halbe waren in Seelow fehlten. Der Demokratenüberschuss war somit eine Niederlage. Obwohl man doch siegte.

An diesem Samstag war es weit weniger kalt als im März 06 oder im November 05. Doch die Rückgangsquote war ungleich höher. Viele verließen den Ort schnell, noch bevor es wirklich zum Ende kam.
Ich fragte mich, ob wir umsonst hier seien. Ist es ein (gänzlich) vergeudeter Tag gewesen? Wenn die Antwort „Ja“ ist, wie hoch war denn dann der Sieg der Demokratie?
Im nächsten Jahr kommen die Glatzen zurück. Die Demokraten auch. Die Antifaschisten sowieso. Wir kehren zurück und werden jemanden haben, der gereizt auf all unsere Rufe reagieren wird. Erst dann ist der Sieg vollkommen; erst, wenn es eine klare Auseinandersetzung vis-a-vis (mit 150m abgesperrter Abgrenzung) gegeben hat. Keiner will einen Sieg geschenkt bekommen, dafür waren alle viel zu stolz. Ein kläglicher, falscher Stolz, wenn man es recht betrachtet. Dieses Mal wurde nicht nur viel sondern schier alles juristisch ausgefochten.

Man kann es sich nur so erklären, dass die Demonstrationsmentalität einen klaren Auseinandersetzungswunsch mit sich bringt, wenn nicht sogar gebietet. Wir sehnten uns nach einem Demonstrationsverbot so innig, so gönnerhaft für unsere Gesellschaft und für Halbe. Dennoch waren wir nicht zufrieden.
Die Veranstalter priesen diesen „Tag der Demokratie“ als gelungen. Und auch, wenn sie vollkommen recht haben, blieb ein fahles Gefühl. Frau Roth, Frau Pau, Herr Schöhnbohm und Herr Platzeck loben uns alle dafür, dass wir da gewesen sind. Sie redeten von Würde und Freiheit, von Unantastbarkeit und Zeichensetzung.
Ja, das ist Balsam. Doch der Reiz bestand sonst immer darin, dass diese weit über Lautsprecher getragenen Worte die Nazis auch noch richtig foppen konnten. Am Samstag hörte jeder die Worte und nickte bejahend. Jeder wusste ja, dass es richtig war. Doch am Samstag waren alle hohen Politiker, alle Schlachtrufe und alles Zusammenstehen nur ein kaltes Bier am Winterabend: ganz nett aber ohne vollendeten Effekt.

Rainald Grebe hatte in seiner Kiesgrubenhymne nur bedingt recht: in Brandenburg kann sehr wohl etwas los sein. Es lassen sich pro Demonstration bis zu 8.000 Leute (glücklicherweise auf der braunen Seite nicht mehr als 1.500) mobilisieren. Ja, da steppt der Politikbär in seinen roten Lackschuhen und alle taumeln mit. Doch im Grunde, so lässt sich zusammenfassend wiederholen, wollten die meisten der Demokraten und Antifaschisten nicht diesen Reihentanz, sondern lieber einen Cancan der Auseinandersetzung.



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„Demokraten und Antifaschisten“ wurden getrennt genannt. Demokraten soll jene benennen, die aus Apathie gegenüber dem menschen- und lebensverachtende Diktat des Rassismus’ den Weg nach Halbe antraten.
Antifaschisten soll jene benennen, die aus gleichen Gefühlen wie die Demokraten handeln, sich aber in Organisationen und Gruppen koordinieren, die sich allein den Kampf gegen den Faschismus auf die schwarz-roten Flaggen geschrieben haben.
21.11.06 19:37


Die Meute wütet wieder - Karikaturenstreit 03

So sprach der Papst seine Rede und referierte von der überwältigenden Güte Gottes und dem System der Vernunft, dass der Glaube kein Schwert braucht; ja, dass der Glaube kein Schwert tragen darf. Vor vielen hundert Jahren kämpften Christen mit dem Schwert für Jerusalem, für Gott und mussten bitter einstecken. Der letzte christliche Schwertschwung zerstörte nicht nur das europäische Mittelland, sondern spaltete auch noch das Christentum endgültig. Das Schwert brachte das Schisma.
So hatte die Regensburger Rede auch eine gütige Warnung des heiligen Vaters. Doch die gewählten Worte wurden, bei einer geringen Chance, die Rede misszuinterpretieren mit nur allzu fataler Passion missinterpretiert. Unglücklich zitiert, nämlich komplett, erreichten die Worte „Schlechtes“ und „Inhumanes“ das muslimische Gehör und Sturm wurde geerntet. Protest hagelte wie auf Knopfdruck. Man mag glauben, dass es im ominösen Moslemland eine kleine Kammer mit Zeitschriften und Fernsehgeräten, die alle Sender aller Herrenländer empfangen, gibt, die minutiös observiert werden und bei jeder noch so kleinen Floskel, jedem rhetorischen Lapsus springt jemand hoch und schleudert seine Faust auf einen roten Knopf. Noch während das Glas der Schutzscheibe zerspringt, brennen Flaggen und alle fordern eine Entschuldigung.

Jack: „Am Anfang des Jahres konnte bereits gut geübt werden. Was damals noch staatlich instrumentalisiert und gesteuert wurde, lief dieses Mal reibungslos, wie von allein. Das Beleidigungsmoment löste ein Kettengetriebe aus, das seinen Ablaufplan noch gut im Kopf hat.“
Nun fragt sich die restliche Welt, ob dies wirklich nötig sei.
Papstfiguren brennen auf Kreuzen und die Medienwelt wird mit Schlagzeilen gefüttert. „Kreuzzüglermentalität“, Hitlervergleiche und Mordandrohungen. Wenn es einen Preis für religiösen Populismus gäbe, könnte eine ganze Reihe von Glaubensträgern ihre Moscheen damit schmücken. Woher stammt diese leidenschaftliche Bereitschaft, seinen Glauben angegriffen zu sehen? Woher stammt die Entzückung, dass es wieder etwas zu protestieren gibt?

Jack: „Sie haben sich wohl erwischt gefühlt.“
Wer so oft auf Barrikaden rennt und Flaggen verbrennt, hat nichts von einem gütigen Gott gelernt. Die Lehre der Liebe, wie sie Jesus verbreitete, ging im Orient, kriegs- und geplänkelzerrüttetem Nahost einfach unter. Dabei widersprechen sie sich gerne selbst.
Schafsmann: „Im Januar ging es um die Beleidigung des Propheten, weil er dargestellt wurde. Der Demonstrationsfeldzug hatte bereits verehrerische Charakteristika. Nun ist der Unabbildbare erneut beschmutzt worden. Zeit erneut durchzudrehen.“
Der heilige Vater gab bereits eine Entschuldigung von sich und zwar in dem Höchstmaß, in dem sie angebracht war. Es war eine hochtheologische Rede, die keinen Beleidigungsaspekt, sondern nur ein Beschuldigungsmoment besaß. Die Angeschuldigten fühlen sich getroffen. In der Tat wird der Glaube vielleicht nicht mit dem Schwert verbreitet, aber mit Säbelrasseln und Morddrohungen verteidigt. Würden Katholiken bei jedem Jesuswitz auf die Straßen gehen, ganz Italien wäre lahmgelegt.

Wir stellen uns dies einmal vor.
Im Südirak werden als Protest Stoffpuppen am Kreuze verbrannt, die Benedikt XVI. darstellen sollen. Würden sich nun die Christen genauso infantil brüskieren, ging eine Masse von 2.1 Milliarden Gläubigen auf die Straße (im Vergleich: der Islam hat 1.2 Milliarden Anhänger).
Noch zur gleichen Zeit werden auch Deutschlandflaggen verbrannt. Benedeto, bekanntlich auch Joseph Ratzinger, der als hardliner aus Bayern, stammt aus diesem Land, also muss er auch für dieses Land sprechen. Die einfache Assoziationskette der blindradikalen Meute. An und für sich müssten darauf hin rund 82 Millionen Menschen auf die Straßen, um gegen den Irak zu protestieren.
Aber nein.
Schafsmann: „Was die Europäer, vor allem auch die Christen den Moslems voraushaben, ist der Mut zur Kritik, die Fähigkeit, einfach nur die Schultern zu zucken. Vor allem dann, wenn die Kritik angeblich unbegründet ist.“
Al-Quaida droht das Kreuz zu zerbrechen, Würdenträger fordern den Tod des Papstes, manch anderer eine weitere, deutlichere Entschuldigung. Nur wenige haben die Entschuldigung bereits angenommen. Es ist eine abstruse Welt aus gesteuerte Radikalität und blinder Wut. In Wirklichkeit wird aus einer Maus ein Elefant gemacht. Es wurde ein Grund gesucht, wieder zu wüten. Es ist lächerlich.
Kuttel Daddeldu: „Letztendlich werden sich die Wogen wieder glätten. Die Radikalen werden mit gutem Ergebnis wieder weiter die Medien prüfen, um erneut aufzubrausen. Die deutschen Anzugträger werden erneut über Spaß- und Parallelgesellschaft diskutieren. Politiker werden über Integration debattieren. Doch keiner wird sich um den Dialog der Religionen kümmern.“

Das, was Papst Benedikt XVI. versuchte, ging daneben. Sein Wunsch zu reden wurde durch die Unfähigkeit der Moslems zur Diskussion totgebrüllt. Vorerst wird es kein Lazaruswunder geben und man wird sich wieder anschweigen. Das da unten Krieg zwischen, um das staatspolitische Wirrwarr auf einen Nenner zu bringen, Juden und Moslems herrscht, rückt wieder in aller Bewusstsein und man behält die Hamas weiter mit immer schlechterem Bild im Kopf, denn diese waren beim „Papststreit“ nicht gerade stillschweigend.
Immer wieder versucht man zu abstrahieren, dass es nicht „die Moslems“, sondern nur eine radikale Gruppe von Moslems sind, die flaggenverbrennend durch die Presse geistern. Immer wieder versucht man zu glauben, dass man ihnen die Geschwister Demokratie und Friedfertigkeit zum Austausch schicken kann. Immer wieder wird man enttäuscht.
Jack: „Es ist eine Blamage für den ganzen Apparat namens Glauben. Nur die Atheisten lachen sich ins Fäustchen, weil die Fanatiker um eine Illusion streiten.“ Das wird es am Ende auch wirklich sein. Ein Sieg der Atheisten. Der stillen, die Diskussion nicht verstehenden kleinsten Minderheit.
Doch bis dahin ist es ein noch langer Weg. Noch öfter muss man sich als Europäer stirnrunzelnd anhören, wie schon wieder ein heiliger Brauch in den Dreck gezogen wurde und erneut Staatsflaggen angezündet werden. Wieder werden ein paar Leute umgebracht und nach einer Entschuldigung geschrieen, während selbst nichts erfolgt. Keine Reue, keine Einsicht, keine Hoffnung auf Besserung. So gefühllos es auch klingen mag; auf das größte Übel unserer heutigen Zeit kann man tatsächlich mit dem Finger zeigen, - so wahr man dabei Mohammed weder darstellt noch beschuldigt.
18.9.06 19:37


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