nicht.lustig

... ein subjektiver Kommentar.


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Gedanken über die Lage







Verhandlungspanzer Angie - Unsere Bundeskanzlerin 01

Die USA sagten „Auf keinen Fall!“, Deutschland und Frankreich und England sagten ein entschiedenes „Lieber nicht!“ und Russland schob ein „Nur wenn...“ mit ein. Die Rede ist von Irans Atomprogramm. Als eifrige Sparnation weiß Deutschland, wie wichtig es ist, eine gute Energiequelle zu erhalten. Iran muss auch seinen Etat halten, denn eine aggressive antiamerikanische und antiisraelische Politik ist nicht so einfach zu bezahlen. Diese republikanisch-demokratisch-theokratische Wüste hat halt ihre eigenen Dämonen zu bekämpfen. Vielleicht brauchen sie erst ihr eigenes Tschernobyl um die Risiken an einer Fallstudie zu beobachten oder sie sollten die Protestgesetze lockern um ein paar Studentenhappenings auf Kastorgleise vor Ort zu beobachten.
Doch das ist ja gar nicht des Pudels Kern in diesem Streit. Wer gegen die USA und Israel im großen Stil Stimmung macht, hat etwas vor. Das lässt sich so auf weißes Papier schreiben. Also wird 1 und 1 zusammen gezählt und der praktisch-taktische Vorteil einer eigenen Atombombe im Arsenal lässt sich ebenfalls nicht wegdebattieren. Iran darf keine Atomwaffen herstellen, so der Tenor der restlichen (westlichen) Welt.

Jack: „Es geht um die Wurst, es muss verhandelt werden. Wir sind uns alle einig, dass Iran und Atom genauso prekär wären wie ein amerikanischer Präsident aus dem republikanischen Lager, der auch nur halbwegs etwas allein entscheiden könnte“. Niemand nimmt das Wort „Krieg“ bisher in den Mund, doch vielerlei Staatsoberhäupter schließen die bewaffnete Überzeugung nicht aus oder drohen sogar auf ein Atomsubmarine stehend mit dessen Einsatz.
Jack: „Wir Pessimisten dieser Welt wissen eh, dass es einen Krieg auf arabischen Boden noch vor 2010 geben wird. Egal ob es wegen den Hamas, wegen Iran oder wegen dem Fallen der Schweinebauchaktien sein wird“. Ja, die Pessimisten. Die Realisten allerdings reden von Verhandlungen um Irans ziviles Atomprogramm zu gestatten und sie somit für das Atomwaffenprogramm zu desinteressieren. Ein gewagter Plan. Doch noch immer eine der wenig guten Optionen, die bleiben.

Unsere erste Kanzlerin, noch immer schwelgend in ihrer Patchworkfamilie und ganz euphorisch wegen ihren guten gelaufenen „Außeneinsätzen“, spürt nun langsam was passiert, wenn rot und schwarz auf Dauer zusammenhocken. Innenpolitische Diskussionen lässt sie laufen und konzentriert sich lieber auf globale und kosmopolitische Themen. Also Angie: Auf, auf! Merkel mal ein wenig im Iran herum.
Warum ausgerechnet Deutschlands Kanzlerin? Nun, die Gemeinsamkeiten von Deutschland und Iran liegen klar auf der Hand. Kuttel Daddeldu: „Nicht nur Im Iran, auch bei uns hat die Demokratie glorreich versagt. Denn sie ging auch schon bei uns nach hinten los - vor rund 72 Jahren“. Es liegt jedem Liberalgeist fern, Ahmadi-Nedschad und Hitler gleichzusetzen, aber das Prinzip bleibt gleich. Das Volk wählte und macht sein Häkchen leider an der falschen Stelle. (Jack: „Querverweis auf die Hamas“.) Wir kennen uns doch so gut mit dem Thema aus, eine Falschwahl zu betreiben.

Die zweite Ähnlichkeit resultiert zudem noch aus diesem ersten Misthaufen. In Deutschland wird das gesungen, was im Iran gepredigt wird. Kuttel Daddeldu: „Landser singt bei uns immer noch »Kamerad, Kamerad – Es lautet der Befehl: Ran an den Feind! Ran an den Feind! Bomben auf Israel!« und diese Klänge finden in vielerlei Köpfen ein Wohlwollen“. Das wahrscheinlich nicht nur, weil sich „Bomben auf Israel“ so dysharmonisch auf „ Fuck the USA! “ reimt. Jetzt soll die Aufgabe nicht sein, dass Frau Merkel ein paar Rechtsrock-CDs nach Teheran bringt.
Jack: „Warum eigentlich nicht? Das wäre die wohl beste Abschreckung gegen Antisemitismus schlechthin. Die radikalen Fundamentalisten wollen sich garantiert nicht in die Reihe unserer Deoroller einreihen“. Wenn das nicht der Fehler ist. Deutschland, jedenfalls ein historischer Teil davon, findet unglaublich guten Anklang in anderen Ländern.

Schafsmann: „Es ist schade, dass der Iran im Geschichtsbuch die Lektion der Historiae Teutonica nur bis kurz vor Mitte 1945 gelesen hat. Das Beste geschah erst danach“. Das ist wohl wahr. Deutschland erlebte seine Blüte nach der Diktatur (jedenfalls der nicht rotgefärbte Teil). Es erfolgte eine Emanzipation, ein Wir-sind-wieder-wer-Gefühl samt mehrmaligen Weltmeistertitel, ein Wirtschaftswunder und auch ein paar unglaublich spannende Politikaffären. Jack: „ Und das alles ohne Atomwaffen!“ Deutschland hat schon seine Vorteile erhalten nachdem es auf dem blumigen Weg der (ungefälschten) Demokratie lief. Doch diese Lektion muss wohl jeder für sich selbst lernen.
18.2.06 13:54
 


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